Papageientaucher im Sturm – Raudanes, du Schöne!

Wächter am Meer

Die Wanderung auf der Halbinsel Raudanes ist ein Traum für alle, die sich für Fels und Federvieh begeistern. Schroffe Klippen, kunstvolle Felsnadeln – und ja, wir haben sie gefunden: Papageientaucher! Sie posieren charmant für uns, bevor der Wind uns beinahe mitsamt Kamera und Stativ wieder von der Klippe fegt. Nach knapp zwei Kilometern ist Schluss – der Sturm gewinnt. Aber mit vollen Speicherkarten und flatterndem Herz treten wir den Rückzug an.


Waffeln, Rhabarber und Seattle-Vibes

Anführerschaf

Einen besseren Zwischenstopp als das charmante Informationszentrum rund ums „Anführerschaf“ hätten wir uns nicht aussuchen können. Drinnen: Waffeln mit Rhabarber, heisser Kaffee, warme Worte. Draussen: ein Stürmchen, das seinesgleichen sucht. Wir treffen ein reizendes Paar aus Seattle, unterhalten uns lange über Gott, die Welt und das Reisen – und vergessen dabei beinahe, dass Island gerade etwas ungemütlich geworden ist. So schmeckt Gastfreundschaft!


Wo die Sonne wohnt: Am Ende der Welt

Leuchtturm am Ende der Welt

Während das Landesinnere sich in Nebel hüllt, steuern wir dorthin, wo das Licht wohnt – an einen abgelegenen Leuchtturm an der Küste. Kurz bevor wir den Leuchtturm erreichten, hielt die Insel nochmal einen dieser Momente für uns bereit, die man nicht planen kann: Ein Polarfuchs! Er tauchte wie aus dem Nichts auf, mit seiner Beute im Maul (ziemlich sicher ein Vogel) und rannte schnurstracks in die weite Leere davon – so schnell, dass uns fast die Kamera aus der Hand fiel. Ein kleiner Schatten in großer Landschaft. Und wieder einer dieser Augenblicke, in denen man einfach nur still staunt.

Am Rand der Dinge

Der Weg dahin? Holprig, steil, matschig. Eigentlich keine offizielle F-Strasse, aber ganz klar: Nur etwas für Geländewagen mit Abenteuerlaune. Die Belohnung: Sonne, Weite, eine fast surreale Landschaft. Einsam, episch, unvergesslich.


Island kann auch mürrisch sein

Stille Verbundenheit

Kurz vor dem Leuchtturm halten wir bei einer Gruppe friedlich grasender Islandpferde. Die Szene ist ruhig, fast poetisch – also zücken wir die Kamera. Doch plötzlich taucht die Besitzerin auf – und sie ist alles andere als erfreut. Sie möchte nicht, dass ihre Pferde fotografiert werden, macht ihrem Unmut Luft. Wir entschuldigen uns respektvoll, versichern ihr, dass wir kein kommerzielles Interesse verfolgen. Ein Moment, der zeigt: Auch das ist Island. Nicht alle sind begeistert von Besucherinnen und Besuchern aus fernen Ländern. Und das gilt es zu respektieren.


Plüschig trifft Kunststoff: Ein Schaf auf Abwegen

Plüsch trifft Plastik

Während wir an unserem letzten Morgen mit der Kaffeetasse auf der Terrasse sassen und den Blick über die glitzernde Bucht schweifen liessen, tauchten plötzlich Delfine auf – echte Delfine! Sie spielten, tauchten auf, sprangen in der Ferne. Und wir? Komplett verzaubert. Ein Abschiedsgeschenk von Nordost-Island. Es hätte kaum besser sein können. Wie ein Trost der letzten Tage. Es ist einer dieser Tage, an denen alles stimmt: Sonne, 18 Grad, gute Laune und spontane Abzweigungen. Wohin uns der Weg auch führt. Und dann, mitten im Nichts: ein Schaf. Es springt direkt vor unser Auto – zum Glück sind wir langsam. Das Tier rennt weiter, scheint unversehrt. Wir halten an. Ein paar Kunststoffteile am Auto haben gelitten, sonst ist alles gut. Wir suchen die Farmerin der dieses Schaf gehört, sie nimmt’s mit isländischer Gelassenheit und einem Lachen: „Das passiert. Macht Euch keine Sorgen und geniesst Eure Ferien noch!“ Wir sind erleichtert – und dankbar. Für ihre Freundlichkeit. Für unsere Unversehrtheit und die des Schafes.


Kulisse zum Ausflippen

Wo der Himmel das Meer küsst

Der Tag endet auf einem Hochplateau mit Blick auf ein verzweigtes Flussdelta. Die Farben, das Licht, die Stille – kaum zu fassen, wie schön es ist. Wir stehen da und sagen erst mal nichts. Weil Worte nicht reichen. Weil das, was wir sehen, größer ist als alles, was in einen Satz passt. So viel Weite, so viel Licht – und mittendrin wir. Still. Klein. Und dankbar, das erleben zu dürfen. Und das alles auf einer einsamen Straße, die sich durch die Hochebene schlängelt. Kaum ein Auto, kein Lärm, keine Eile. Nur Wind, Wolken, ein paar Schneeflecken – und irgendwo ganz hinten der Regen über dem Meer. Island eben.


Schnupfnase & Supermarkt-Apotheke
Egilsstadir empfängt uns mit einer leichten Brise… und mich mit einer dicken Erkältung.
Tee, Taschentücher und eine eher unterkühlte Apothekerin später richten wir uns ein: ich dick eingepackt mit Islandpulli im Bett, Tee, Tee und nochmals Tee.
Aber schon einen Tag später wird’s besser. Langsam, aber sicher. Und die Vorfreude auf den nächsten Ausflug schleicht sich zurück ins Herz.


Ausblick
Ich bin wieder on tour! Die nächsten Abenteuer sind geplant, die Kamera liegt bereit – und die Geschichten werden ganz sicher nicht weniger.


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